Projektseminar: Haustiere und Kinder. Ein ethnografischer Vergleich (Teil 2)
Dozent:innen: Philip LambrixKurzname: P Empir. Projekt 2
Kurs-Nr.: 02.149.164003
Kurstyp: Projektseminar
Voraussetzungen / Organisatorisches
Zielgruppe:- Master Studierende im Studiengang Soziologie (PO 2011, 2016)
Stellung im Studiengang:
- M.A. Soziologie: Modul „Empirisches Projekt“ (PO 2011, 2016)
Anwesenheitspflicht
Im Seminar besteht Anwesenheitspflicht.Inhalt
Das Projekt geht von der Alltagsbeobachtung aus, dass wir a¨hnlich mit kleinen Kindern umgehen wie mit Haustieren. Wir lassen sie bei uns wohnen, finden sie niedlich, kaufen ihnen Spielzeug, geben ihnen Namen, streicheln sie, versorgen sie mit Essen, gehen mit ihnen zum Arzt, u¨berwachen und begrenzen ihre Mobilita¨t im o¨ffentlichen Raum, entscheiden u¨ber ihre Ko¨pfe hinweg, ko¨nnen nur bedingt mit ihnen reden und texten sie trotzdem voll. Der gesunde Menschenverstand nimmt amu¨siert oder entru¨stet zur Kenntnis, dass wir unsere Haustiere teilweise „wie Menschen“ behandeln. „Millennials: Haustiere als Kinder-Ersatz“, titelt beispielsweise RTL.de. Theoretisch stu¨tzt sich das Projekt auf die Humandifferenzierungstheorie (Hirschauer 2021). Deren Grundgedanke ist, dass Unterschiede zwischen „Humankategorien“ wie Kindern und Erwachsenen nicht einfach biologisch gegeben, sondern sozial konstruiert sind, und auch die „Außengrenzen des Humanen“ kontingent sind. Eine der „Sinnschichten“ der Humandifferenzierung ist die Praxis. Ob ein Lebewesen ein Tier oder ein Mensch, ein junger oder ein alter Mensch ist, ha¨ngt aus dieser Perspektive also unter anderem davon ab, wie mit ihm umgegangen wird. Das wirft die Frage auf: Ist die Grenze zwischen Menschen und Tieren in der Praxis vielleicht fließender als gedacht? Wie genau gehen Haustiere, Kinder und Erwachsene miteinander um? Inwiefern werden dabei interaktiv Unterschiede zwischen Erwachsenen und Kindern, Menschen und Tieren, Kindern und Haustieren hergestellt oder abgebaut? Inwiefern sind Kinder und Tiere selbst (aktiv) an der sozialen Konstruktion von (Human-)Differenzen beteiligt?Den Vergleich zwischen Kindern und Haustieren bearbeitet das Projekt ethnografisch. Das heißt u.a., dass das Projekt auf die Teilnahme der Forschenden am Feld setzt, d.h. auf mo¨glichst ha¨ufige Interaktionen mit den Beforschten. Die eigenen Gedanken und Gefu¨hle der Forschenden stellen dabei eine wertvolle Ressource dar, weil wir Angeho¨rige der Kultur sind, die wir versuchen mit neuen Augen zu sehen.
Die Seminarteilnehmenden fu¨hren eigensta¨ndig ethnografische Studien durch – in Einzel- oder Gruppenarbeiten (je nach Teilnehmendenzahl). Sie nehmen dabei unterschiedliche Praktiken, Sinnschichten und/oder Felder unter die Lupe und setzen Beobachtungen, Interviews und Dokumentenanalysen ein.
Im ersten Semester (WS 2025/26) lesen wir uns in Humandifferenzierungstheorie, Soziologie der Kindheit, Human-Animal-Studies und die Methodenliteratur ein. Die Teilnehmenden suchen sich ein Thema und einen Feldzugang, fu¨hren praktische U¨bungen (Beobachtungen, Protokollieren, Interviews, Transkription) und dabei auch erste Erkundungen ihrer Felder durch. Am Ende des Wintersemesters schreiben Sie ein Forschungsexpose´. Der Großteil der Feldforschung findet in der vorlesungsfreien Zeit danach statt. Im zweiten Semester (SS 2026) begleiten wir in Seminar und Tutorium gemeinsam die Interpretation des Datenmaterials (Data Sessions), die Theoriebildung und die Ru¨ckbindung an den Forschungsstand sowie die Verfertigung des Projektberichts.
Um das Projekt (und damit das Modul) abzuschließen, schreiben Sie einen Projektbericht (80.000 Zeichen inkl. Leerzeichen, Literaturverzeichnis u. Titelblatt, exkl. Eigensta¨ndigkeitserkla¨rung). Abzugeben ist der Bericht voraussichtlich bis Ende September 2026 in digitaler Form auf LMS/Moodle. Deckblatt, Hausarbeit, Literaturverzeichnis sowie unterschriebene und eingescannte Eigensta¨ndigkeitserkla¨rung sollten sich in einer PDF-Datei befinden. Zusa¨tzlich laden Sie das Ganze bitte noch einmal als .doc-Datei (oder .docx, .odt etc.) hoch.
Zusätzliche Informationen
Ist ein Prüfungsverfahren in einem der empirischen Projekte durch die Anmeldung zur Prüfung begonnen worden, muss die Prüfung auch in diesem empirischen Projekt zu Ende geführt werden.
Termine
| Datum (Wochentag) | Zeit | Ort |
|---|---|---|
| 14.04.2026 (Dienstag) | 12:15 - 15:45 | 02 731 Seminarraum 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 21.04.2026 (Dienstag) | 12:15 - 15:45 | 02 731 Seminarraum 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 28.04.2026 (Dienstag) | 12:15 - 15:45 | 02 731 Seminarraum 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 05.05.2026 (Dienstag) | 12:15 - 15:45 | 02 731 Seminarraum 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 12.05.2026 (Dienstag) | 12:15 - 15:45 | 02 731 Seminarraum 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 19.05.2026 (Dienstag) | 12:15 - 15:45 | 02 731 Seminarraum 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 26.05.2026 (Dienstag) | 12:15 - 15:45 | 02 731 Seminarraum 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 02.06.2026 (Dienstag) | 12:15 - 15:45 | 02 731 Seminarraum 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 09.06.2026 (Dienstag) | 12:15 - 15:45 | 02 731 Seminarraum 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 16.06.2026 (Dienstag) | 12:15 - 15:45 | 02 731 Seminarraum 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 23.06.2026 (Dienstag) | 12:15 - 15:45 | 02 731 Seminarraum 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 30.06.2026 (Dienstag) | 12:15 - 15:45 | 02 731 Seminarraum 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 07.07.2026 (Dienstag) | 12:15 - 15:45 | 02 731 Seminarraum 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
