Forschungsprojekte

DFG-Forschergruppe FOR 1939 Un/doing Differences. Praktiken der Humandifferenzierung (laufend)

Die Forschergruppe eint ein grundlegendes Interesse an der Herstellung, Überlagerung und Außerkraftsetzung verschiedener kultureller Differenzierungen des gesellschaftlichen Personals − am „doing“ und „undoing“ von Differenzen. Sie will Praktiken kultureller Kategorisierung von Menschen untersuchen. Dazu zählen Grenzziehungen im Rahmen von Gemeinschaftsbildungen („wir/die“) entlang sprachlicher, religiöser, ethnischer und nationaler Marker ebenso wie innergesellschaftliche Teilungen nach Geschlecht oder Leistungsklassen. In einer vergleichend angelegten Forschung über heterogene Fälle der Kategorisierung von Personen und der Grenzziehung zwischen Gemeinschaften soll vor allem die Kontingenz dieser Prozesse beleuchtet werden: die Bedingungen der Differenzierung und Entdifferenzierung und die treibenden Mechanismen der Aktualisierung oder Neutralisierung von Varianten solcher Unterscheidungen.

Sprecher: Prof. Dr. Stefan Hirschauer
Koordination: Dipl.-Soz. Tobias Boll
Laufzeit: 2013-2018
Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Homepage der Forschergruppe

 

Wie entstehen Mütter und Väter? Geschlechtliche Differenzierung und Entdifferenzierung pränataler Elternschaft - Projektphase II (laufend)

Nach der Untersuchung von Retraditionalisierungsfaktoren in der Arbeitsteilung (traditionaler und post-traditionaler) geschlechtsungleicher Paare vertieft die zweite Phase des Projektes seine Leitfrage in zwei Hinsichten: durch Ausweitung der Fragestellung auf die paarbiografische Vorgeschichte der Schwangerschaft und im Hinblick auf das Gendering von Elternpositionen (‚Vater‘, ‚Mutter‘). Dafür fokussiert es fünf Varianten von Beziehungskonstellationen: Im Zentrum stehen geschlechtsgleiche Frauen- und Männerpaare, als Vergleichsfälle mitbeobachtet werden medizinisch assistierte und Single-Schwangerschaften sowie transsexuelle Eltern. Das Projekt sucht durch dieses Gender variierende Forschungsdesign Mechanismen für das Einrasten oder Aussetzen von Geschlechtszuweisungen in der Familiengründung. Unter welchen Bedingungen wird die Geschlechtszugehörigkeit für Elternschaft relevant, unter welchen wird sie durch geschlechtsindifferentes parentales Engagement überlagert?

Projektleitung: Prof. Dr. Stefan Hirschauer
Wissenschaftliche MitarbeiterInnen: Dipl.-Soz. Peter Hofmann / Annekathrin Stange, M.A.
Laufzeit: 2016-2018
Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Teilprojekt der Forschergruppe Un/doing Differences

 

Die Flugreise. Zum körperlichen Vollzug technisch beschleunigter Mobilität (laufend)

Das Reisen zählt zu den zentralen Praktiken der globalisierten Gegenwartsgesellschaft. Es wird bislang jedoch vorwiegend außerhalb der Soziologie als ein Phänomen des bloßen Transports beforscht, ohne auch die Körperlichkeit und die Performativität sozialer Praktiken zu untersuchen. Umgekehrt gibt es in der Soziologie zwar seit vielen Jahren wichtige Beiträge zur Körperlichkeit des Sozialen, die Beschäftigung mit technisch mobilisierten Körpern ist dieser Diskussion bislang jedoch weitgehend fremd. Das Projekt will die hier bestehende Forschungslücke schließen, indem es mittels einer empirischen Studie zur Flugreise die Bewegung als Körpertechnik mit der technisch beschleunigten Bewegung in einer Perspektive untersucht. Ziel des Projektes ist also, die bisherige Mobilitätsforschung um Fragen der Körperlichkeit und Performativität auszuweiten und gleichzeitig innerhalb der Körpersoziologie ein neues thematisches Feld zu erschließen: die Körperlichkeit technisch beschleunigter Mobilität. Darüber hinaus soll anders als in bisherigen Studien zur Mobilitätsforschung nicht nur eine Mobilitätsform, etwa die Nutzung von Flugzeugen fokussiert werden, sondern die Praxis der Flugreise, die eine Kombination von Verkehrsmitteln und längere Handlungsketten umfasst.

Projektleitung: Dr. Larissa Schindler
Laufzeit: 03/2016-03/2019
Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

 

Geschlechtliche Differenzierung und Entdifferenzierung pränataler Elternschaft (abgeschlossen)

Das Projekt untersucht Prozesse der Geschlechterdifferenzierung im Feld des privaten Lebens. Es fokussiert dabei eine spezifische Phase von Paarbeziehungen: die Elternwerdung während der Schwangerschaft. Seine Leitfrage ist, wie die postnatale Rollendifferenzierung in ‚Mutter’- und ‚Vaterfiguren’ in der Schwangerschaft angelegt ist und unter welchen Bedingungen doing gender und doing parenting in der Schwangerschaft verknüpft oder entkoppelt werden. Das Projekt untersucht dafür sechs Varianten von Beziehungskonstellationen: traditionale und posttraditionale Paare, medizinisch assistierte und Single-Schwangerschaften, lesbische Paare und schwangere (schwule bzw. transsexuelle) Männer. Es sucht durch dieses Gender variierende Forschungsdesign neue Erklärungen für die Retraditionalisierung der geschlechtlichen Arbeitsteilung in der Familiengründung.
Welche Faktoren geben der Schwangerschaft eine geschlechtsdifferenzierende Wirkung im Verlauf von Paarbeziehungen? Unter welchen Bedingungen wird die Geschlechtszugehörigkeit dagegen durch gemeinsames parentales Engagement, und durch die konkurrierenden Mitgliedschaften der Paarzugehörigkeit und der Familienzugehörigkeit überlagert? Eine zentrale Hypothese ist, dass die Geschlechtsdifferenzierung der Elternarbeit u.U. gar nicht in der Geschlechtszugehörigkeit, sondern in einer geschlechtsunabhängigen Differenz von leiblicher und sozialer Schwangerschaft verwurzelt ist.

Projektleitung: Prof. Dr. Stefan Hirschauer
Wissenschaftliche MitarbeiterInnen: Dipl.-Soz. Peter Hofmann / Annekathrin Stange, M.A.
Laufzeit: 2013-2016
Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft, Teilprojekt der Forschergruppe Un/doing Differences

 

Zu einer Soziologie der Schwangerschaft (abgeschlossen)

Projektleitung: Prof. Dr. Stefan Hirschauer
Wissenschaftliche MitarbeiterInnen: Dr. Birgit Heimerl / Dipl.-Soz. Anika Hoffmann / Dipl.-Soz. Peter Hofmann / Annekathrin Stange, M.A.
Laufzeit: November 2008-2011
Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft