Hirschauer, Stefan/Völkle, Laura (2017): Denn sie wissen nicht was sie lehren. In: Soziologie 46 (4): 417-428

Zusammenfassung: Vor 15 Jahren sprach sich der Vorstand der DGS für eine Methodenausbildung mit einer gleichwertigen Berücksichtigung von standardisierten und nicht-stan­dar­di­sierten Verfahren aus. Der Beitrag prüft, wie es heute um die Realisierung dieser Em­pfehlung steht. Er stellt zum einen die methodische Ausrichtung von Me­tho­den­professuren an den soziologischen Instituten in Deutschland dar. Zum anderen untersucht er Bachelor- und Master-Studiengänge auf die Gewichtung qualitativer und quantitativer Anteile in der Lehre. In beiden Bereichen ist neben einem star­ken Ungleichgewicht zugunsten der quantitativen Sozialforschung eine Pseu­do­sym­metrisierung zu erkennen: Was generalisierend als ›empirische Sozialforschung‹ be­zeichnet wird, entpuppt sich bei näherer Betrachtung in der Regel als das quan­ti­ta­tive Methodenparadigma. Es ist davon auszugehen, dass ein beträchtlicher Teil der Soziologiestudierenden wie auch schon vor 15 Jahren überhaupt nicht mit qua­li­tativen Methoden in Kontakt kommt. Der Beitrag legt entsprechende Kon­se­quen­zen für den Zuschnitt soziologischer Institute nahe.